Stand: September 2026
1. Ausstellung Billie Karte
1.1 Vertragsgrundlagen und Geltungsbereich
Diese Sonderbedingungen regeln die Leistungen, die die Billie GmbH („Billie“), dem Kunden bei Beantragung einer personalisierten, Mastercard Business Card („Billie Karte“), unter Nutzung eines Kartenabwicklungskontos, und die Bereitstellung der technischen Infrastruktur für die Kartenausgabe und -verwaltung der Billie Karte, insbesondere über Web-App, Mobile-App (iOS) oder API („Kartenplattform“), zur Verfügung stellt.
Diese Sonderbedingungen ergänzen die „Billie AGB“. Soweit nicht ausdrücklich abweichend in diesen Sonderbedingungen geregelt, finden die Bestimmungen der „Billie AGB“ auf die Durchführung der Serviceleistungen bei Beauftragung von Konto- und Kartenfunktionen unter diesen Sonderbedingungen Anwendung. Im Falle von Widersprüchen zwischen den „Billie AGB“ und diesen Sonderbedingungen haben diese Sonderbedingungen Vorrang.
Die Billie Karte bietet verschiedene Funktionen, mittels welcher der Kunde die Billie Karten einfach verwalten und seine Kartenzahlungen übersichtlich darstellen lassen kann.
Zur Erfüllung der ihr obliegenden Verpflichtungen ist Billie berechtigt, sich der Dienste von Drittanbietern zu bedienen. Insbesondere ist Billie berechtigt, die Pliant OY als Drittanbieter für die Herausgabe der Billie Karte und des Kartenabwicklungskontos sowie der Erbringung von Zahlungsdienstleistungen (nachfolgend auch „Kartenausgebendes Institut“ oder „Issuer“ genannt), sowie einen Drittanbieter zur Bereitstellung der Kartenplattform einzuschalten.
Der Issuer ist für die Erfüllung aller regulatorischen Anforderungen im Zusammenhang mit den ausgegebenen Karten und den zugrunde liegenden Zahlungsdiensten verantwortlich.
Die Serviceleistungen richten sich ausschließlich an Kunden, die Unternehmer im Sinne von § 14 BGB sind und einen Sitz innerhalb der Europäischen Union haben.
Mit Beantragung der Billie Karte bevollmächtigt der Kunde Billie, in seinem Namen und auf seine Rechnung alle Erklärungen des Kunden und notwendigen Daten entgegenzunehmen und weiterzuleiten, welche zur Eröffnung eines Kartenabwicklungskontos für den Kunde notwendig sind, sowie eine mit dem Kartenabwicklungskonto verbundene, personalisierte Billie Karte zu beantragen.
Der Kunde ist berechtigt, die Billie Karte als virtuelle oder physische Karte zu beantragen.
Der Kunde erkennt insoweit an und stimmt zu, dass Billie die für die Beantragung des Kartenabwicklungskontos und die Beantragung der Billie Karte erforderlichen Daten des Kunden (einschließlich KYC, AML, Legitimierung und Bonität) sowie zur Durchführung der zu schließenden bzw. abgeschlossenen Verträge an Drittanbieter im Sinne von Ziffer (4), insbesondere den Issuer, weiterleitet.
Um die Kartenplattform sowie die vom Issuer ausgegebene Billie Karte und das dazugehörige Kartenabwicklungskonto nutzen zu können, ist der Abschluss eines separaten Vertrags mit dem Plattform-Betreiber, dem Issuer und/oder dessen Partnerbank(en) erforderlich, den der Kunde eigenverantwortlich und separat abzuschließen und dessen jeweilige Nutzungsbedingungen zu akzeptieren hat.
Der Kunde ist berechtigt, weitere personalisierte Billie Karte zu beantragen.
Billie macht dem Kunde den Zugang zu der Kartenplattform sowie die IBAN zu seinem Kartenabwicklungskonto verfügbar.
Billie agiert gegenüber dem Kunden als First-Level-Support für alle beauftragten Serviceleistungen.
1.2 Leistungsgrenzen
Billie weist den Kunde ausdrücklich darauf hin, dass die Bereitstellung und die Nutzung der Billie Karte, der Kartenplattform und des Kartenabwicklungskontos ausschließlich den jeweiligen Geschäftsbedingungen des Drittanbieters, insbesondere des Issuers, unterliegen und Billie auf diese keinen Einfluss hat.
1.3 Besondere Pflichten Banking
Der Kunde verpflichtet sich, neben den Bestimmungen der Billie AGB sowie dieser Sonderbedingungen Issuing Billie Karte auch die Geschäftsbedingungen des Issuers für die Nutzung der Billie Karte und des Kartenabwicklungskontos sowie die Geschäftsbedingungen des Drittanbieters für die Kartenplattform einzuhalten.
1.4 Haftung
Ergänzend zu den in den Billie AGB getroffenen Haftungsbestimmungen gilt:
Billie leistet keine Gewähr und haftet nicht,
dafür, dass der Kunde von dem Issuer als Kunde akzeptiert und die Konto-/Karten-Leistungen zur Verfügung gestellt erhält;
dass der Issuer dem Kunde weitere personalisierte Billie Karte gewährt;
für die Funktionalität der technischen Systeme zur Erbringung der Zahlungsdienste des Issuers bzw. der Kartenplattform;
für die Verfügbarkeit der ordnungsgemäß auf das Kartenabwicklungskonto ausgezahlten Gelder;
für Einstellungen und Kündigungen der Issuing- / Billie Karte Leistungen gemäß nachstehender Ziffer 1.5.
Der Kunde stellt Billie von jeglichen Ansprüchen frei, die Billie von einem Issuer oder Plattform-Betreiber aufgrund einer vom Kunde oder eines von ihm beauftragten Dritten verursachten Vertragsverletzung auferlegt werden, unabhängig davon, ob der Kunde die Ansprüche des Issuers bzw. Plattform-Betreibers für gerechtfertigt hält oder nicht.
Die Freistellungspflicht gilt unabhängig davon, ob der Kunde vor Erfüllung der Freistellungspflicht durch Billie Gelegenheit hatte, Einwendungen oder Einreden gegen die vom Issuer bzw. Plattform-Betreiber geltend gemachten Ansprüche zu erheben. Billie ist nicht verpflichtet, es dem Kunde zu ermöglichen, vor Erfüllung der Freistellungspflicht mit dem Kartenanbieter zu verhandeln. Weitergehende Ansprüche von Billie bleiben hiervon unberührt.
1.5 Einstellung und Kündigung der Billie Karte Leistungen aus wichtigem Grund / Änderung dieser Sonderbedingungen
Unbeschadet der in den AGB Billie getroffenen Regelungen zur Einstellung und/oder Kündigung aus wichtigem Grund hat Billie bei Beauftragung von Issuing- / Billie Karte Leistungen das Recht, die Leistungen einzustellen und/oder zu kündigen, sofern Billie die damit verbundenen eigenen Leistungen nicht anbietet oder der Issuer seine Leistungen – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr anbietet oder die Einstellung / Durchführung der Issuing- / Billie Karte Leistungen im Ganzen oder gegenüber einem Kunde verlangt.
Das Vorliegen eines vorgenannten Einstellungs- oder Kündigungsgrundes berechtigt den Kunde nicht zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen.
Billie behält sich vor, diese Sonderbedingungen jederzeit mit Wirkung für die Zukunft zu ändern. Änderungen dieser Sonderbedingungen werden dem Kunden spätestens einen (1) Monat vor dem vorgeschlagenen Zeitpunkt ihres Wirksamwerdens in Textform (z. B. per E-Mail) mitgeteilt. Die angebotenen Änderungen werden wirksam, wenn der Kunde ihnen nicht innerhalb von einem (1) Monat nach Zugang der Mitteilung in Textform (z. B. per E-Mail oder Brief) widerspricht. Billie wird den Kunden in der Mitteilung über das Angebot besonders auf das Recht zum Widerspruch, die einzuhaltende Frist und die Rechtsfolge eines unterlassenen Widerspruchs hinweisen. Widerspricht der Kunde den geänderten Sonderbedingung fristgerecht, endet das Vertragsverhältnis automatisch zum Zeitpunkt des geplanten Wirksamwerdens der Änderung, ohne dass es einer separaten Kündigungserklärung bedarf. Bis zum Wirksamwerden der Änderungen gilt der Vertrag zu den bisherigen Bedingungen fort.