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Was ist Factoring und wie funktioniert es?

Viele Unternehmen kennen es, gerade bei Geschäftskunden: Zahlungsziele von bis zu 90 Tagen, und rund die Hälfte der Rechnungen wird auch noch zu spät bezahlt. Es entstehen Liquiditätsengpässe, die den Betriebsalltag erschweren und wichtige Investitionen hinauszögern. Mit Factoring können Sie solche Engpässe umgehen. 

18. September 2020
Zoe Schirren - Content Manager
Bild: Caterina Carraro

Factoring ist eine Finanzierungsform, die Unternehmen Zugang zu schneller Liquidität ermöglicht, indem sie ihre offenen Forderungen verkaufen und dafür sofort ausgezahlt werden. 

Aber wie funktioniert das genau? Im Folgenden ausführlich:

  • Was ist Factoring und wie funktioniert es?

  • Welche Formen von Factoring gibt es?

  • Was sind die Vorteile von Factoring?

  • Was macht Factoring mit Billie besonders?

  • Was kostet Factoring?

  • Hat Factoring auch Nachteile?

  • Für wen bietet sich Factoring an?

Was ist Factoring und wie funktioniert es?

Beim Factoring verkaufen Sie Ihre offenen Rechnungen an einen Factor (Ihren Factoring-Anbieter), wie zum Beispiel Billie. Wenn Sie also ein Projekt, eine Dienstleistung oder einen Verkauf abschließen und eine Rechnung mit einem Zahlungsziel von beispielsweise 30 Tagen schreiben, verkaufen Sie diese Rechnung und werden dafür sofort ausgezahlt. Der Debitor (Ihr Kunde) zahlt die offene Forderung dann nicht mehr an Sie, sondern an den Factor. 

Was ist Factoring und wie funktioniert es in fünf Schritten:

1. Sie stellen Ihrem Kunden eine Rechnung

Sie stellen einem Kunden eine Rechnung oder haben bereits eine offene Rechnung, die Sie an einen Factor abtreten möchten.

2. Der Factor prüft die Bonität des Debitors

Der Factor prüft die Bonität des Debitors, also das Zahlungsausfallrisiko Ihres Kunden.

3. Sie schließen den Verkauf der offenen Forderung ab

Sie verkaufen Ihre offene Forderung und sind damit je nach Art des Factorings auch vor Zahlungsausfällen Ihres Kunden geschützt.

4. Sie werden sofort ausgezahlt

Sie erhalten den Rechnungsbetrag vom Factor innerhalb kurzer Zeit ausgezahlt und können damit sofort wirtschaften.

5. Der Debitor zahlt die Rechnung. Die Zahlung erfolgt nun an den Factor.

Welche Formen von Factoring gibt es?

Es gibt verschiedene Formen von Factoring: echtes Factoring und unechtes Factoring sowie offenes Factoring und stilles Factoring.

Echtes Factoring

Bei sogenanntem echten Factoring übernimmt der Factor mit dem Kauf der Forderung auch das Forderungsausfallrisiko. Sie sind somit auf der sicheren Seite, sollte Ihr Kunde in Zahlungsschwierigkeiten kommen. Wenn Ihr Kunde nicht zahlt, kümmert sich der Factor um das Mahnwesen und gegebenenfalls das Inkassoverfahren. Dieses können Sie individuell bestimmen oder anhalten.

Unechtes Factoring

Bei unechtem Factoring werden Sie für Ihre verkauften Forderungen, wie beim echten Factoring auch, direkt ausgezahlt, der Factor übernimmt das Ausfallrisiko jedoch nicht. Sollte der Debitor also nicht zahlen können, müssen Sie für die offene Forderung gegenüber dem Factor aufkommen.

Offenes Factoring

Bei offenem Factoring informieren Sie Ihren Kunden darüber, dass Sie die Forderung an einen Factor abtreten. Auf die Rechnung drucken Sie beim offenen Factoring einen Abtretungsvermerk, auch Zessionstext genannt, und weisen auf den Factoring-Anbieter und die Bankverbindung hin.

Stilles Factoring

Stilles Factoring bedeutet, dass Ihr Kunde nichts davon mitbekommt, dass Sie die Forderung abgetreten haben. Auf der Rechnung ist kein Vermerk, und das Mahnwesen erfolgt in Ihrem Namen.

Die Vorteile von Factoring

Factoring bietet Ihnen schnelle Liquidität und somit die Möglichkeit, Investitionen zu tätigen. So können Sie Ihr Geschäft vorantreiben, ohne lange auf die dafür nötigen Mittel zu warten. 

Viele Unternehmen kennen das Problem von Finanzierungsengpässen, weil Rechnungen noch nicht beglichen wurden. Mit Factoring lässt sich dieses Problem umgehen. Die Zwischenfinanzierung bedeutet für Ihr Unternehmen sofortige Liquidität und somit Handlungsfähigkeit, da Ihr Cash-Conversion-Circle, also Ihr Geldumschlag, verkürzt wird. Sie können gebundene Liquidität schneller freisetzen und so günstige Skontogebühren bei Lieferanten nutzen oder neue Aufträge abarbeiten. 

Factoring geht auch im E-Commerce: B2B-Rechnungskauf für Ihren Online-Shop.

Was macht Factoring mit Billie besonders?

Während Factoring als Zwischenfinanzierung lange mit viel bürokratischem Aufwand und mindestens einem Gang zur Bank verbunden war, können Sie Factoring mit Billie komplett digital und ohne Mindestvertrag oder -laufzeit nutzen. Ganz einfach von Rechnung zu Rechnung. Dadurch ist diese Finanzierungsform auch für kleine und mittlere Unternehmen geeignet, für die es zuvor kaum möglich war, Factoring zu nutzen.

Dank Billies moderner Algorithmen, kann die Bonitätsprüfung in Echtzeit und ohne Dokumente durchgeführt werden. So erhalten Sie Liquidität in nur 24 Stunden.

Was kostet Factoring?

Die Factoringgebühr beträgt in der Regel zwischen 1 und 3 Prozent des Rechnungsbetrags. Damit sind auch das Mahnwesen, Ausfallschutz und ein potentielles Inkassoverfahren abgedeckt.

Gibt es beim Factoring etwas zu bedenken?

Um eine bedachte Entscheidung für Ihr Unternehmen treffen zu können, ist es wichtig, die Dinge von allen Seiten zu beleuchten. Daher möchten wir auch über die Nachteile aufklären, die mit Factoring in Verbindung gebracht werden können.

  • Es entfällt eine Factoringgebühr

Wie oben beschrieben, behält der Factoringanbieter einen kleinen Prozentsatz des Rechnungsbetrages als Factoringgebühr ein.

  • Kunden können auf die Rechnungsabtretung sensibel reagieren

Beim offenen Factoring, bei dem das Mahnwesen nicht in Ihrem Namen stattfindet, können Geschäftsbeziehungen leiden. Sollten Sie sich darum sorgen, empfiehlt sich stilles Factoring, bei dem Ihre Kunden von der Forderungsabtretung nichts erfahren. Billie bietet ein solch stilles Factoring an – Ihre Geschäftsbeziehungen bleiben geschützt.

  • Factoring ist nicht für jeden geeignet

Beim Factoring erfolgt wie bei jeder Kreditvergabe eine Bonitäts- und Risikoprüfung. Somit kommt nicht jedes Unternehmen und nicht jede Rechnung für Factoring in Frage. Welche Voraussetzungen gestellt werden, hängt von dem jeweiligen Factoring-Anbieter ab.

Für wen bietet sich Factoring an?

Grundsätzlich bietet sich Factoring für jedes Unternehmen an, das regelmäßig Rechnungen schreibt, aber häufig mit langen Zahlungszielen gerade großer Auftraggeber konfrontiert ist.

Factoring mit Billie: Voraussetzungen, die Ihr Unternehmen erfüllen muss 

Um Factoring mit Billie nutzen zu können, muss Ihr Unternehmen bestimmte Anforderungen erfüllen. Sie können Factoring mit Billie nutzen, wenn Ihr Unternehmen

  • seinen Firmensitz in Deutschland hat,

  • mindestens zehn Monate besteht,

  • im vergangenen Jahr einen Mindestumsatz von 50.000 Euro erwirtschaftet hat,

  • Forderungen nur an Geschäftskunden stellt, und

  • in der Datenbank der Creditreform gelistet ist.

Billie akzeptiert keine Unternehmen der folgenden Branchen:

  • Waffen- oder Munitionsherstellung

  • Werkzeugmaschinenherstellung

  • Hoch- und Tiefbau

  • Spiel-, Wett- und Lotteriewesen

  • GbR, Eg, Limited, Stiftung, Verein, eG & Co. Kg

Factoring mit Billie: Voraussetzungen, die Ihre Rechnung erfüllen muss

  • Bis 250.000 Euro, individuell auch höher möglich

  • Rechnungsdatum maximal 30 Tage in der Vergangenheit

  • Zahlungsziel zwischen sieben und 120 Tagen in der Zukunft

  • Nicht im Inkassoverfahren

  • Zahlungen müssen auf die virtuelle IBAN (VIBAN) mit zugehöriger BIC erfolgen 


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